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Auf den ersten Blick scheint Technomage ein leicht-bekömmliches Rollenspiel für
den Massenmarkt, sprich hauptsächlich für Gelegenheitsspieler, zu sein. Das Spiel
erschien im Herbst 2000 und wurde von
Sunflowers
entwickelt. Vertrieben wird es von
Infogrames.
Der Einstieg
ist äußerst leicht und auch die Bedienung ist so einfach wie möglich gehalten. In
der ersten Spielwelt (Dreamertown) wird dir alles überdeutlich und wiederholt
erklärt, von wichtigen Tasten, über den Grundkonflikt der Hintergrundgeschichte,
bis hin zu Tips, was man als nächstes machen sollte. Es wird dir teilweise gar das
Denken abgenommen.
Doch kaum hast du Dreamertown verlassen, zieht die Komplexität, sowie der
Schwierigkeitsgrad an, wenn auch nur langsam.

Du spielst Melvin, den Sohn eines Steamers und einer Dreamerin. Eigentlich darf es
eine solche Verbindung der beiden "Rassen" nicht geben. Die auf Technik fixierten
Steamer und die auf Magie konzentrierten Dreamer aktzeptieren zwar die Lebensweise
der jeweils anderen Rasse, doch sie leben strikt getrennt und jegliche Beziehungen
zwischen den beiden Rassen sind verboten.
Eines Tages tut sich die Erde in der Nähe von Steamertown auf und Monster kriechen
aus ihr hervor, die halb Steamertown verwüsten. Als man in Dreamertown davon erfährt
schiebt man die Schuld schnell auf Melvin, weil er halb Dreamer, halb Steamer ist. So
flüchtet Melvin des Nachts aus Dreamertown, um in Steamertown näheres über die
Bedrohung zu erfahren.

Du steuerst Melvin hauptsächlich mit der Maus. Bestimmte Funktionen werden mit
der Tastatur ausgeführt (Charaktermenü, Zauberspruch- und Waffenauswahl). Das
Gameplay ist fast dasselbe wie bei anderen Rollenspielen. Du unterhälst dich mit
anderen Charakteren, löst kleine Aufgaben (Quests), bekämpfst Gegner und kommst so
in der Geschichte voran.
Im Laufe des Spiels, wenn anfänglich auch sehr langsam, steigt der Schwierigkeitsgrad
stetig an. Viele Rätsel, teils leicht, oft ineinander verzahnt und teils komplex bringen dich weiter
auf dem Weg durch die umfangreiche Hintergrundgeschichte. Jedoch werden die Rätsel nie
besonders schwer. Die Komplexität des Spiels nimmt anfangs zwar zu, bleibt dann jedoch
auf einem mittleren Level.

Die Kamera ist beliebig drehbar, jedoch glücklicherweise nur horizontal im Kreis.
So kommt man mit der 3D-Ansicht hervorragend zurecht, ohne Zeit mit dem Einstellen
der Kameraposition zu verlieren.
Die 3D-Grafik besitzt einen hohen Detailgrad und ist farblich sehr schön ausgestaltet.
Die Lichteffekte sind gut gelungen und die Welten überzeugen auf den ersten Blick.
Nach jeder bestandenen Welt, die sich mit einem Endgegner verabschiedet, wird man
mit einer gerenderten Zwischensequenz belohnt.
Auch der Sound kann überzeugen. Die Hintergrundmusik der einzelnen Welten besticht
durch ihre Zurückhaltung und schafft Atmosphäre. Keine nervigen Tonfolgen, sondern
einfache und begleitende Melodien. Leider können die Stimmen und gesprochenen Dialoge
in Sachen Atmosphäre nicht mithalten.
Unterschied zu normalen Rollenspielen

Technomage ist zwar nicht wirklich ein Genremix, wie auf der Verpackung
angepriesen wird, allerdings ist der Adventure- und Actionanteil doch etwas
höher als bei herkömmlichen Rollenspielen.
Was Technomage ebenfalls ein bisschen von anderen Rollenspielen unterscheidet
ist die geringere Fantasy-Dichte. Es gibt nicht soviele und vor allem nicht so
ausgefallene Monster.
Auch die Magie ist nicht so ausgebaut, wie bei anderen
Rollenspielen. Dafür kann man auch mehr mit herkömmlichen Waffen kämpfen und den
action-adventure-lastigeren Weg gehen. Ob man dies als Abstimmung auf den
Massenmarkt einstuft oder die Genre-Mischung und die Wahl zwischen Magie und "Eisen"
als innovativ bezeichnet, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ähnlich wie in anderen Rollenspielen können Erfahrungspunkte auf Stärke,
Konstitution (wieviel man aushält), Zauberkraft und Mystik (Macht) verteilt werden.

Technomage ist kein Spiel nur für Gelegenheitsspieler oder ein auf den Massenmarkt
abgestimmtes Rollenspiel. Technomage schafft eine sehr dichte Atmosphäre und zieht
den Spieler sehr schnell in seinen Bann. Die Hintergrundgeschichte packt den Spieler
und weckt Interesse.
Die beiden negativen Punkte sind die etwas lange Einstiegsphase und die nicht allzu
komplizierten und nicht sehr schweren Rätsel.
Alle, die umfangreiche und "verdeckte" (sich langsam auftuende) Geschichten mögen,
werden mit Technomage viele schöne Stunde verbringen. Alle, die es lieben durch schön
ausgestaltete Welten zu wandeln und kleine Rätsel zu lösen, werden von Gothos (Name
der gesamten Spielwelt) fasziniert sein.
- Windows 95/98/Me
- Pentium II (mindestens 233 MHz)
- 32 MB RAM
- 8-fach CD-ROM-Laufwerk
- 3D-Grafikkarte (DirectX 7.0 kompatibel)
- Soundkarte (DirectX 7.0 kompatibel)
- Maus und Tastatur
- mindestens 400 MB Festplattenspeicherplatz
Die offizielle, schön gestaltete Webseite von Technomage beinhaltet viele Infos
über das Spiel:
http://www.technomage.de
-Technomage Startseite-
© Christian Kupsch & Schattenjaeger.de
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