Atmosphäre und Fazit!

Runaway Startseite
-Grafik, Sound und Fazit-



Runaway kaufen!
(Klicke zum Vergrößern auf die Screenshots!)

Hören und Sehen
Atmosphäre
Immer wieder musste man sich von Fachmagazinen anhören, wie rückständig und veraltet der Look der Point & Click-Adventures im 3rd-Person-Modus sei und wie schlecht auch gerade deshalb deren Zukunft aussehe. Jedoch spätestens als Die schöne Gina die Redakteure dieser Magazine Gina Timmins in Runaway über den Bildschirm schreiten sahen, fraßen sie ihre Sätze.
Denn was Runaway (nicht nur mit der schönen Gina) optisch zu bieten hat ist alles andere als altmodisch. So kommt das Spiel mit einer wunderhübschen Comic-Grafik daher, die Walt Disney neidisch machen könnte, würde er noch leben. Egal, ob Brian in einem Museum steht, durch die Canions marschiert oder ein Wild-West-Dorf betritt – die liebevoll gezeichnete Kulisse schafft stets die passende Atmosphäre begleitet von der ebenso stimmungsvollen Musik.
Der Soundtrack des Spiels ist hochprofessionell aufgenommen und weiß immer zum rechten Moment mit der richtigen Musik einzusetzen. Dabei ist auch immer wieder eine abgeänderte Form des rockigen Titelsongs „Run away if you can“ zu hören, der mir persönlich zwar ganz gut gefiel, mich aber auch nicht euphorisch vor dem Computer herumzappeln ließ.

Zu wenig Abwechslung, aber scharfe Kurven
Generell fand ich die Hintergrundmusik in Runaway zwar insgesamt gelungen und auch nie wirklich nervig, allerdings für meinen Geschmack zu wenig Hmm...was sind denn das für Pflanzen? abwechslungsreich, was aber auf das gesamte Ambiente des Spiels und damit auch auf die Grafiken zutrifft. Wie gerne hätte ich noch ein paar mehr Hintergründe gesehen, die nicht immer nur Wüsten- oder Canionlandschaften zeigen.
Dieser sparsame Einsatz der Grafikpracht fiel mir auch noch auf anderen Gebieten auf. So wurde auch an Aufwand gespart, was die Darstellung von Animationen angeht. Denn in vielen Situationen im Spiel, in denen man sich ein Feuerwerk der Animationskunst erwartet hatte, umgingen die Entwickler die Arbeit, indem sie die handelnden Akteure einfach aus dem Bild marschieren ließen oder die Kameraperspektive auf einen anderen Punkt lenkten während die Aktion abläuft.
Somit gibt es im ganzen Spiel keine wirklich spektakuläre Szene zu sehen, die man als echten Augenschmaus betrachten könnte, obwohl Hier geht`s runter die talentierten Designer von Pendulo Studios sicherlich dazu in der Lage gewesen wären. Dennoch sind die Animationen der Charaktere schon so ein absolutes Highlight. Denn jede Bewegung der 3D-Figuren läuft in einer butterweichen Animation ab, die absolut realistisch wirkt. Sogar bei Klettereinlagen, mit denen andere 3D-Designer ihre liebe Not hatten, macht Brian Basco eine gute Figur.
Und vergessen sind die „Würfelmännchen“ aus Grim Fandango wenn der Blick auf Gina fällt, die mit ihren Kurven selbst Kontrahentinnen wie Tomb Raider’s Lara Croft alt aussehen lässt.

Hallo Pixel
Schade auch, dass die Zwischensequenzen im Spiel nicht an den Glanz der Spielgrafik herankommen. Denn die Cutscenes, in denen die Animationen übrigens ebenfalls bestechend sind, sind zu pixelig geraten und auch hier habe ich etwas Spezialität vermisst.
In den zahlreichen Zwischensequenzen, die immer wieder das Spielgeschehen unterbrechen, sieht man meistens zunächst Brian mit Sonnenbrille in einem Regisseur-Stuhl sitzen und hört ihm dabei zu, wie er Vergangenes aus dem vorhergehenden Spielabschnitt kommentiert und den nächsten einleitet. Danach beginnt dann die eigentliche Sequenz – eine gute Idee, wie ich finde.
Dieser Kerl versucht, mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen In manchen Cutscenes lässt jedoch die Wahl der „Kameraperspektive“ sehr zu wünschen übrig. So sehen wir z.B. im Intro, während Gina von ihrer Flucht erzählt, einmal so lange in das Gesicht von Brian, der Ginas Geschichte lauscht, dass man sich schon fragt, ob das CD-ROM-Laufwerk nicht einen Hänger hat (wo wir gerade dabei sind – das Spiel ist bei mir kein einziges mal abgestürzt!). Zu allem Überfluss zeigt Brian in dieser Szene auch keinerlei Gefühlsregungen in Form von Mimik und so ist das Einzige, was dem Spieler auffällt, das ständige Augenzwinkern des Hauptcharakters.
Hervorzuheben sind allerdings das In- und Outro des Spiels. Besonders in der Schlussphase von Runaway bekommt der Spieler viele hübsche Cutscenes zu sehen und die endgültige Schlusssequenz ist in Begleitung des klasse Credits-Songs (ein Remix des Hauptthemas) auf jeden Fall der cineastische Höhepunkt des Spiels.

Super Sprecher
Ein weiterer Höhepunkt des Spiels, der nicht vergessen werden darf, sind auch die Synchronsprecher. Vor allem der Sprecher von Brian Basco, den man aus Filmen als die deutsche Stimme von Brad Pitt kennt, macht unseren Helden erst so richtig sympathisch.
Auf dem Flugzeugfriedhof Aber auch die anderen Sprecherparts sind durchweg mit Profis besetzt, die ihren Job einwandfrei erledigt haben und den oberflächlich ausgearbeiteten Neben-Charakteren doch noch ein bisschen Leben einhauchen konnten. Auch unter den Nebendarstellern wird man sicherlich die ein oder andere Stimme wieder erkennen wie z.B. Sascha Draeger – Vielen bekannt als Tarzan bzw. Tim aus der TKKG-Hörspielreihe.
Die deutsche Synchronisation des Spiels ist absolut gelungen. Diesbezüglich brauch sich Runaway keineswegs hinter anderen Adventure-Hits der „Großen“ aus den letzten Jahre zu verstecken.

Einschätzung und Fazit

Die Frage mit der sich alle Reviews zu Runaway beschäftigen: Ist Runaway die Rettung des Adventuregenres?
Nun muss man sich natürlich erst im Klaren darüber werden, was ‚Rettung’ in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Denn meint man es im Sinne von ‚Revolution’, so kann die Frage eindeutig mit ‚nein’ beantwortet werden, da das Spiel im Prinzip nichts Neues bietet.
Einfach hübsche Wild-West-Landschaften Ob das Spiel also eine ‚Rettung’ ist, lässt sich eigentlich nur am kommerziellen Erfolg des Produktes feststellen. Schließlich hängt es genau davon ab, ob Firmen weiterhin Geld in die Produktion von Adventures stecken werden. Und somit kann ich angesichts der Verkaufszahlen von Runaway sagen, dass es dem Genre nur zuträglich sein kann, wenn es einem Adventure nach langjährigem Hickhack schließlich doch gelingt in nahezu ganz Europa und sogar in den USA zu erscheinen, dazu noch vorzüglich übersetzt wird und sich in den deutschen Spielecharts sogar in eine Reihe mit Blockbustern wie Warcraft 3 und Unreal 2 einordnen kann.
Meine persönlich Meinung zu Pendulo’s Überraschungstitel ist: Runaway ist ein technisch nahezu perfektes Adventure und eines der wenigen der letzten Jahre, welches die Spieler wieder mit richtig knackigen Rätseln versorgt. Gina im Kreuzverhör der Killer Allerdings wurde zu oft im Rätseldesign über das Ziel hinausgeschossen, indem man mit unfairen Mitteln am Schwierigkeitsgrad und vor allem an der Spieldauer geschraubt hat. Das ist der falsche Weg, neue Adventurefreunde zu gewinnen.
In Sachen Lokalisierung und Synchronisation ist Runaway ein Vorbild für kommende Adventures – hätte man noch mehr an der Story und den Charakteren gefeilt, wäre das Spiel viel atmosphärischer gewesen und würde einem bestimmt länger im Kopf haften bleiben.
Klar ist jedoch – wenn wir in Zukunft wieder mehr Adventures, vielleicht auch wieder von LucasArts oder Sierra, zu sehen bekommen, dann haben Pendulo Studios auf jeden Fall einen Teil dazu beigetragen.

Hardwareanforderungen

Als Hardwareminimum zum Spielen von Runaway wird empfohlen:
CPU 333 MHz
32 MB RAM
Direct X 8.0 komp. Sound- und SVGA-Grafikkarte
400 MB Festplatte
8x CD-ROM Laufwerk


Runaway Startseite
-Grafik, Sound und Fazit-


Autor: Dominik Weber
E-Mail: Das-Nudel@gmx.de
Internet:

www.gk4ever.com - Die Seite, die für den 4. Teil der Gabriel Knight Saga kämpft. Sei auch du dabei und unterstütz die Petition mit deinem Namen.


© Dominik Weber & Schattenjaeger.de
Germany 2003