(Klicke zum Vergrößern auf die Screenshots!)

Im allerneuesten Rollenspiel-Streich von
BioWare,
den Machern von MDK2,
Baldur's Gate
und
Baldur's Gate 2, können Sie seit dem 18.06.2002 (US) und seit dem 01.07. auch auf deutsch
ein ideales Heldenleben durchlaufen.
Als junger Abenteurer lockt Sie
Ruhm und Reichtum oder Ehre und Mitgefühl nach Niewinter, der einst stolzen
Hafenstadt, die von einer Seuche heimgesucht wird. Dem "Heulenden Tod" Einhalt
gebieten, dass ist ihre allererste Hauptaufgabe.

So bekannt einem die Story vorkommt, so zäh und langweilig gestaltet sich der
Spielstart. Die Charaktergenerierung mit der dritten Edition des AD&D-Regelwerks
macht zwar Riesenspaß, doch das Tutorial schleppt sich ohne Witz und Aha-Erlebnisse
dahin.
Im ersten Kapitel rennen Sie durch Niewinter und lösen routiniert Ihre Quests
herunter. Bei den hohen Erwartungen startet das Spiel etwas enttäuschend. Ab dem
zweiten Kapitel jedoch steigt die Qualität der Story rapide an.
Nichts, aber auch
gar nichts mehr von der teilweise langweiligen Rennerei. Diesmal wurde auf eine Party
verzichtet, Ihrem Helden steht die meiste Zeit nur ein Kumpane zur Verfügung.
Doch Massig Miniquests und verschiedenste Charaktertypen sowie die häufigen
Interaktionen mit ihrem Begleiter lassen das bekannte BG2-Feeling wieder aufkommen,
diesmal eben nur in einer grandiosen 3D-Umgebung.

Die Grafik wirkt auf dem ersten Blick steril. Das liegt daran, dass die
hochaufgelösten Texturen beim herauszoomen verschwimmen, eben weil sie so
hochaufgelöst sind und jede handelsübliche Grafikkarte und jeder handelsübliche
Monitor nicht mitkommen.
Die Charaktere, Monster und Objekte suchen jedoch in
Natürlichkeit und Detailreichtum ihresgleichen. Noch nie, und da lege ich mich
fest, noch nie gab es solch geschmeidige Animationen in Kombination mit einer
solch grandiosen, detailverliebten Optik. Beispiele? Gerne:
Ein Turmschild, den
der Charakter mit sich schleppt, ist an der Innenseite aus Holz, außen spiegelt
sich die Umgebung in der Metallplatte. Wenn ein Charakter über Gras läuft,
schaukeln die Halme hin und her. Im Wasser spiegelt sich die Welt über ihr.
Und in einem Schrank stehen Teller - nicht nur Texturen, sondern richtig
modelliert.

Bei NWN werden alle Schatten- und Lichtwürfe in Echtzeit berechnet,
das sieht fantastisch aus! Hier findet sich bei der Aurora-Engine jedoch
technisch bedingt ein kleiner Fehler: Der Kamera im Weg stehende Objekte werden
automatisch ausgeblendet, damit man immer eine freie Sicht auf die Spielfigur hat.
Mit ihnen verschwinden jedoch deren Schatten, eben weil sie in Echtzeit berechnet
werden. Bei Szenarien außerhalb der Städte ist die Auora-Engine nicht so
überzeugend, wie zum Beispiel die atmosphärische Siege-Engine von Dungeon Siege.
Die dichten Wälder, die schneebedeckten Hügel, da kommt die Grafik von NWN leider
nicht ran. Auflösungen werden ab 640 mal 480
unterstützt, hinauf bis in Monitore tötende Regionen.

NWN steuert sich komfortabel mit Maus und Tastatur, hauptsächlich jedoch mit dem
Nager. Ein paar wenige Hotkeys sollten Sie sich schon einprägen, und die
Bereitschaftsleiste sollte ebenfalls intensiv genutzt werden.
Die
Bereitschaftsleiste hat zwölf Felder, in die Sie verschiedene Aktionen oder
Items legen können. Diese zwölf Felder sind mit den Hotkeys F1 bis F12 belegt.
Beispiel: Sie haben Schwert und Schild auf F6 gezogen, die Fackel auf F3. Nun
benötigen Sie die Fackel. Sie drücken einfach auf F3 und ihr Charakter legt
Schwert und Schild in das Inventar und nimmt die Fackel in die Hand. Wenn Sie
fertig sind, drücken Sie auf F6, und schon wird die Fackel weggepackt und der
Charakter bewaffnet sich wieder.
Insgesamt gibt es 36 Bereitschaftsfelder.
Die übrigen zwei Leisten rufen Sie mit Shift bzw. mit der Steuerungstaste
auf (Shift+F-Taste, Strg+F-Taste).

Das Inventar ist sehr groß ausgelegt,
doch gibt es hier einige Abzüge: Bei anderen vergleichbaren Spielen kann man
einen Gegenstand nehmen, auf einen anderen klicken und so deren Plätze tauschen.
Das geht bei NWN nicht. Ebenfalls unnötig kompliziert gestaltet sich das
automatische "Umblättern" im Inventar. Das Inventar besteht aus sechs Seiten,
auf jede Inventarseite passen recht viele Gegenstände. Beim Ablegen und Aufnehmen
von Gegenständen blättert der Computer automatisch im Inventar herum. Dadurch
verliert man leicht die Übersicht.
Das Pathfinding ist ebenfalls ein Kritikpunkt. Charaktere verhalten sich manchmal
ziemlich dumm. Beispiele: Auf einer freien Fläche haben Ihr Charakter und der
Begleiter einen Feind vor sich. Der Begleiter stürmt auf den Gegner, Sie mit
ihrem Helden hitnerher. Wenn Ihr Charakter jetzt hinter ihrem Begleiter platziert
ist, schafft er es nicht, um diesen herum zu gehen.

Er beschwert sich, dass er
nicht an den Gegner kommt (*Ziel nicht erreichbar*). Manchmal geht Ihr Held ziemlich
umständliche Umwege - unerklärlich! Ebenfalls zum Haareraufen ist so manches Mal
das Verhalten Ihres Begleiters.
Er rennt in Fallen, die schon längst entdeckt wurden,
stellt sich in den Weg, wenn Sie Gegenstände aufsammeln wollen, und rennt völlig
sinnlos in den Kampf, egal wie schwer verletzt er ist, und stirbt einen wenig
ehrenvollen Heldentod.
| Autor: | Maori Kunigo |
| eMail: | webmaster@neverwinter.de |
| Internet: |  |
| Weitere Infos, Tipps, Downloads und eine ausführliche Komplettlösung kannst du auf dieser Neverwinter-Fanpage finden! |
© Maori Kunigo & Schattenjaeger.de
Germany 2002