Gabriel Knight 3 - Blood of the Sacred, Blood of the Dammed (Blut der Heiligen, Bkut der Verdammten)
wurde wie auch die beiden Vorgänger von
Sierra
veröffentlicht. 1998 erschien Gabriel Knight 3 und kam bei der Fachpresse nicht so gut an, da
das Spiel teilweise ungewohnte Wege einschlug.
Auf alle Fälle ist das Spiel eines der letzten großen
Adventures, denn wie es zur Zeit aussieht, stirbt das Genre aus.

Nach seinem zweiten Fall findet sich Gabriel Knight, auf Einladung eines schottischen Prinzen,
in Paris wieder. Die Familie des Prinzen wird seit langer Zeit von Vampiren heimgesucht und benötigt
nun die Hilfe des Schattenjägers, der den Säugling und Nachkommen des Prinzen beschützen soll. Als
das Kind entführt wird nimmt Gabriel die Verfolgung der nächtlichen Besucher bis in einen Zug auf,
wo er von den Entführern niedergeschlagen wird.
Als Gabriel aus seiner Ohnmacht erwacht stellt er
fest, dass er in einem Ort namens Couiza, hunderte von Kilometern von Paris entfernt, in Süd
Frankreich angekommen ist und lässt sich benommen von einem Taxifahrer in das benachbarte Nest
Rennes-le-Chateau bringen, wo er in einem Hotel Unterschlupf findet.
Das Dorf existiert übrigens wirklich (ich war selbst einmal dort) und schlummert, von Geheimnissen
über Mystik, Verschwörung und Verrat umgeben, still vor sich hin.

In dieser Umgebung gilt es für
Gabriel und die später hinzureisende Grace, Zusammenhänge zwischen dem Geheimnis des Heiligen Grals,
einem Orden von Freimaurern, Vampiren und letztendlich dem Verschwinden des Kindes herauszufinden.
Und die Beiden sind nicht allein – auch eine im Hotel untergebrachte Gruppe von Touristen (unter denen
sich auch Gabriels alter Freund Mosely befindet) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Schätze und
Geheimnisse rund um Rennes-le-Chateau ans Tageslicht zu bringen, wobei jeder der Suchenden ein
dunkles Geheimnis mit sich trägt und einen scheinbar undurchsichtigen Verdächtigen darstellt.
Ja,
selbst der Priester des Dörfchens scheint ein finsteres Geheimnis zu verbergen, dessen Wurzeln weit
in die Vergangenheit zurückreichen.
Die Handlung beginnt für den Spieler kurz nachdem Gabriel, noch etwas verwirrt, in seinem
Hotelzimmer erwacht. Das Spiel baut sich in drei Tagen auf, die in Zeitblöcke (bspw. 12 - 15 Uhr)
unterteilt sind. Innerhalb dieser Zeitblöcke müssen, wie man es von linearen Adventures gewohnt
ist, bestimmte Aktionen ausgeführt werden, damit die Zeit fortschreitet. Diese Aktionen können
Gespräche, Rätsel oder das Lesen verschiedener Dokumente sein.
Interessant und neu dabei ist,
dass in der Welt von Gabriel Knight 3 die Handlung innerhalb der Zeitabschnitte in Echtzeit
abläuft, also bestimmte Ereignisse andere Ereignisse unmittelbar danach auslösen, welche auch
parallel zu wiederum anderen Ereignissen ablaufen und somit vom Spieler verpasst werden können,
da sie sich bis zum Auftauchen des Spieler-Charakters am Handlungsort vielleicht bereits
„ereignet“ haben. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass der Spieler manchmal einfach zur
richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss, um ein bestimmtes Ereignis miterleben zu können.

Was zunächst etwas unfair klingen mag, ist ein hervorragendes Mittel, dem Spieler
Zusatzinformationen zum Verstehen der äußerst komplexen Geschichte zu bieten. Außerdem macht
diese Tatsache das Spiel sehr realistisch und sorgt für mehr Spielspaß und einen höheren
Wiederspielbarkeitswert.
In Sachen Rätsel hat die Gabriel Knight-Schöpferin Jane Jensen diesmal einen echten Krimi im
Agatha Christie–Stil geschaffen. So gilt es, neben einigen typischen point’n’click-Adventure-Rätseln
auch Detektivsarbeit, wie Fingerabdrücke Nehmen oder Nummernschilder Notieren, zu erledigen.
Anhand des ins Spiel integrierten Computerprogramms SIDNEY ist es dem Spieler möglich,
die gesammelten Indizien abzuspeichern, zu vergleichen und sich so ein Bild von den Verdächtigen
machen zu können um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Ab dem zweiten Tag muss Grace mit
Hilfe des Programms ein komplexes Rätsel lösen, das sich u.a. auf die geografische Beschaffenheit
der Landschaft rund um Rennes-le-Chateau bezieht und, wie auch die ganze Hintergrundgeschichte
des Spiels, hervorragend recherchiert ist und wirklich existierende Bilder und Dokumente beinhaltet.
Neben dem simulierten Computer-Programm, das überdies auch ein Schattenjäger-Lexikon beinhaltet,
gibt es natürlich das Inventar, in dem der Spieler gesammelte Gegenstände verstauen kann um sie
dort genauer unter die Lupe zu nehmen oder sie mit einem anderen Gegenstand inner- oder außerhalb
des Inventars zu kombinieren.

Ein äußerst wichtiger Faktor zum Vorantreiben der Handlung sind auch in diesem Gabriel Knight-Teil
wieder die Dialoge. In ihnen werden ein wesentlicher Bestandteil der Story erzählt und
Informationen zu den bevorstehenden Aufgaben gegeben. Spieler, die der Rasse der
„Dialogschnellwegklicker“ angehören, sollten also (auf jeden Fall!) ihre Einstellung überdenken
oder die Finger von dem Game lassen!
Gespielt wird auch in diesem Teil wieder aus zwei Perspektiven (Gabriel und Grace), wobei Gabriel
wie gewohnt der etwas actionlastigere Teil zufällt.
Während man mit Gabriel ständig in der Gegend herumfährt um diese auszukundschaften, spielt
Graces Part zum größten Teil im Hotel oder beschränkt sich auf einzelne Locations, wo sie
Recherchen durchführt. So werden ständig die Spielercharaktere gewechselt, wobei Gabriels
Part überwiegt, bis schließlich der Showdown ansteht.