Wie sich Spiele mit DOSBox spielen lassen!

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Die Testplattform

Die relevanten Systemkomponenten sind bei DOSBox Prozessor, Arbeitsspeicher und Mainboard, da nahezu allein sie für die Rohleistung des Computers verantwortlich sind, auf die es bei DOSBox ankommt - je mehr Rechenpower desto höher die Spielgeschwindigkeit.

Folgendes Sytem habe ich bei den Spieletests eingesetzt:

- Tualatin Celeron 1400MHz @ 1540MHz, 256kB L2-Cache
- 1024 MByte SDRam
- Asus CUBX-F Mainboard (BX-Chipsatz)
- Windows XP SP1

Das System ist leistungsmäßig je nach Anwendung in etwa mit einem Athlon 1300 mit 512 MByte DDRam vergleichbar.

SiSoft Sandra Benchmarks: Arithmetic , Multi-Media


Die Spiele

Die DSA-Reihe:
Die Spiele der DSA-Reihe sind mit DOSBox sehr gut spielbar. Von Schicksalsklinge über Sternenschweif bis zu Schatten über Riva treten kaum Probleme auf. Eine angenehme Spielgeschwindigkeit erhielt ich bei einem Frame Skip von 1 (Schicksalsklinge), 3 (Sternenschweif) bis 5 (Schatten über Riva) und mit einer Einstellung von 10000 CPU Cycles bei allen drei Spielen.
Verfolger sind scharf auf den bereits gefundenen Salamanderstein. Probleme treten bei Sternenschweif beim Ende des Phextempels in Tiefusen auf. Nachdem man erfährt, warum man den Auftrag bekommen hat Sternenschweif zu suchen, stürzt DOSBox ab. Umgehen kann man das Problem, wenn man die Spielmusik komplett deaktiviert, während des Videos nicht die Maus bewegt und dazu die Stelle mit CD1 im Laufwerk spielt.
Eine weitere Möglichkeit ist, DOSBox 0.60 für das Überstehen dieser Stelle einzusetzen, womit das Problem nicht auftritt. Ein Update von Sternenschweif auf die aktuellste Version kann dabei ebenfalls nicht schaden.
Bei Schatten über Riva gibt es Probleme bei manchen Zwischensequenzen, die als Streifenwirrwar ausgegeben werden, wenn man das Spiel nicht auf die letzte Version gepatcht hat.

SimCity 2000:
Bei Katastrophen ist ruckelliges Gameplay verheerend, da man nicht schnell reagieren kann. Unter Windows XP hatte ich bei SimCity 2000 Probleme mit meiner Maus, die sich nur sehr langsam bewegen ließ.
Beim Spielen unter Einsatz von DOSBox läuft das Spiel zu Anfang bestens, habe ich jedoch mit meiner Stadt eine gewisse Größe erreicht, geht die Spielgeschwindigkeit in den Keller und das Navigieren mit der Maus wird zur Ruckelorgie. Ein stärkerer Prozessor würde mir bei SimCity weiter helfen.

Colonisation:
Das Suchtspiel von Micropose aus dem Jahre 1994 läuft bei mir unter Windows XP problemlos, wärend unter DOSBox im Spiel die Tastatur nicht richtig funktioniert, was sehr störend ist. Als Startdatei muss man unter DOSBox außerdem die viceroy.exe benutzen, sonst startet Colonisation nicht.

Ultima-Reihe:
Kaum in Britannia angekommen, ist in Ultima VII ein brutaler Mord aufzuklären. Getestet habe ich Ultima I und Ultima VII die beide gut funktionierten. Bei Ultima I treten kleinere Grafikfehler auf, die jedoch kaum stören. Für Ultima VII muss unter D-Fend bei den Profileinstellungen der EMS-Speicher deaktiviert werden. Optimale Spielbarkeit erreichte ich bei Ultima VII mit einem Frameskip von 1 bei 6000 CPU Cycles.
Auch weitere Spiele der Ultima-Reihe soll DOSBox gut unterstützen.

Ascendancy:
Das Weltraumstrategiespiel bewegt sich unter Windows XP überhaupt nicht. Unter DOSBox läuft es bei mir mit eingestelltem "Maus Auto-Lock" wie eine Eins. Soundstotterer habe ich mit einem geringen Frameskip von 3 behoben. Die durch den Frameskip leicht ruckelige Spielweise hat bei Ascendancy keine negativen Auswirkungen, da es rundenbasiert ist und keine schnellen Aktionen erfordert.

3D-Spiele:
Mit Doom 3 ist vor kurzer Zeit eine Fortsetzung der Doom-Reihe erschienen. Duke 3D und Blood machen unter DOSBox wahrscheinlich auch mit einem erheblich stärkeren Prozessor keinen Spass. Die 3D-Grafik-Berechnungen beanspruchen sehr viel Rechenkapazität, so dass die Spiele stark ruckeln, was bei solchen schnellen Shootern den Spielspass killt.
Ältere Spiele wie Doom oder Rott laufen dagegen mit mittlerem Frameskip etwas ruckelig jedoch noch gut spielbar in einer angenehmen Geschwindigkeit.

Transport Tycoon Deluxe
Transport Tycoon ist auf diesem System unter DOSBox aus Performancegründen unspielbar. Allein der Spielstart dauert über eine Minute. Im Spiel ruckelt es so stark, dass jeglicher Spielspass flöten geht. Zum Glück gibt es im Internet eine für Windows (95 bis XP) angepasste TTD-Version, die man sich von verschiedenen Seiten runterladen kann.

San Largo und die Insel:
Dies ist ein eher unbekanntes Strategiespiel aus dem ebenfalls wenig bekannten Hause Motelsoft. Bei diesem Titel zeigt DOSBox seine Qualitäten. Starte ich das Spiel gewöhnlich, so erhalte ich eine Meldung, dass ich wohl einen Soundblaster besäße und für den vollen Soundgenuss vor Spielstart den CMF-Treiber "sbfmdrv.com" starten solle. Übergehe ich die Meldung, muss ich im Spiel ohne Sound auskommen.
Besitzt du die Vollversion von San Largo und die Insel, dann melde dich bei mir. Also habe ich bei Google nach der Treiberdatei gesucht und sie ziemlich schnell gefunden. Vor dem Spielstart rufe ich nun den Treiber kurz auf und sogleich kann ich das Spiel ohne Einschränkungen spielen. Spitze, dass solche Kombinationen mit DOSBox möglich sind!
An dieser Stelle ein kleiner Aufruf in eigenem Interesse: Leider besitze ich nur die Demoversion von "San Largo und die Insel" von einer alten Pegasus-CD. Falls du die Vollversion besitzt, dann melde dich bei mir. Ich habe an ihr großes Interesse.
Update: Durch zwei Schattenjaeger.de-Leser wurde ich auf eine Downloadmöglichkeit von kurz "Die Insel" aufmerksam gemacht. Vielen Dank noch einmal dafür an dieser Stelle!
Das Spiel wurde von Motelsoft freigegeben und darf somit bedenkenlos vervielfältigt, heruntergeladen und gespielt werden. Den Link zum Download findet ihr auf der Quellenlink-Seite.

Day of the Tentacle:
Dott lief mit einem geringen Frameskip von 3 sehr gut unter DOSBox. Das einzige Problem war, dass es nicht so einen absolut flüssigen Eindruck machte. Für Adventures, die die Scumm-Engine verwenden und für einige weitere gibt es eine bessere Alternative als DOSBox. ScummVM heißt das Programm, um das es sich im nächsten Abschnitt dreht.


The Cabal, August 2004


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