
"Baldur's Gate 2 - Schatten von Amn" wurde von
Bioware entwickelt und ist
seit dem 25.11.2000 in Deutschland erhältlich. Das Rollenspiel wurde mit
Spannung erwartet, da der Vorgänger "Baldur's Gate" sehr gut bei den Spielern
ankam.
"Baldur's Gate" zeigte auf, dass Spiele nach dem klassischen
Rollenspielprinzip immer noch sehr erfolgreich seien können, zur Überaschung vieler,
die dieses Genre schon für tot erklärt hatten.

Es ist kaum Zeit vergangen, seit ihr euch gegen euren Halbbruder Sarevok behaupten
konntet und damit nicht nur die Schwertküste vor einem Krieg bewahrt, sondern auch euer
Leben gerettet habt ("Baldur's Gate 1").
Doch eurem Leben als Kind des toten Gottes Bhaal ist keine Ruhe
vergönnt. Schon klopft ein neuer Schurke an die Tür der es auf eure göttliche Seele
abgesehen hat. Deshalb schnell einen alten Charakter importiert oder einen Neuen
erstellt und ein Singlespiel gestartet.
Wer lieber eine ganze Gruppe, ohne die NPC's,
haben möchte, erstellt eben 6 Charaktere und startet ein Multiplayerspiel, wobei er
dann alle sechs übernimmt. Die Charaktergenerierung entspricht den AD&D Regeln.
Man
legt mittels Würfel die Werte für Stärke, Geschick, Intelligenz u.s.w. fest, bestimmt
einen Beruf sowie Geschlecht und Aussehen.

Danach beginnt das eigentliche Spiel und so findet ihr euch in einer kleinen Zelle wieder,
von euren Freunden sind nurmehr Jaheira die Halbelfe und Minsc ein etwas debiler Waldläufer
übrig. Ja und natürlich Imoen eure Freundin seit Kindestagen, mit ihrem eigenen kleinen
Geheimnis.
Ihr habt zunächst keine Ahnung wer euer Gegner ist noch was er bezweckt,
das einzige was ihr wißt ist, das ihr so schnell als möglich aus seinem Kerker raus müsst.

Habt ihr das endlich geschafft macht ihr auch schon die nächste Bekanntschaft mit
unangenehmen Zeitgenossen, welche eure Imoen entführen. Und damit beginnt eine ziemliche
Hetzerei. Eigentlich hat man nun keine Zeit mehr um irgendwelche Nebenquests zu lösen -
"Eigentlich".
Den man sollte Imoen ruhig eine Weile zappeln lassen um sich die Gegend
um Amn in seiner ganzen Pracht anzuschauen. Und diese hat es wirklich in sich. Schon in
Athkatla allein gibt es soviel zu sehen und erleben, das es eine Ewigkeit dauert bis man
die Stadt verlässt.
Wer es damit eiliger hat, kann natürlich trotzdem jederzeit gehen.

Die Story verläuft zwar linear aber wartet immer bis man Lust hat die Geschichte
fortzusetzen, was im Gegensatz zu "Baldur's Gate 1" nicht ganz logisch ist (Warum lasse ich meine
Freundin 3 Monate in irgendeiner Zauberfeste schmoren während ich durch die Welt
gammele?), wodurch man aber genug Zeit hat die südliche Schwertküste zu erkunden.
Und zu finden gibt's hier nämlich eine ganze Menge. Z.B. bekommt jeder Hauptcharakter
eine, seiner Klasse entsprechende Aufgabe, an deren Ende ihm eine eigene Behausung
zugesprochen wird, wo es dann weitere Aufgaben zu lösen gilt.
Der Krieger bekommt
z.B. eine Festung und ist neuer Herr über gewisse Ländereien, welche er dann nach
Gutdünken regieren kann.

Unterwegs trifft man immer wieder verschiedene NPC's die
sich der Gruppe anschließen wollen. Selten hat ein Singleplayer so "lebendige"
Mitspieler gehabt, denn jeder hat seinen eigenen Charakter mit Vorlieben und
Abneigungen.
Gerade männliche Spieler können eine von vier Damen für ihr Herz
gewinnen, mit ALLEM was dazu gehört. Mädels haben leider bloß einen Freier.
Was
braucht man sonst noch? Ach ja - mächtige magische Waffen, dicke Monster, schöne
Frauen in Not und eben alles, was sonst noch zum Heldenleben gehört.

Es ist eigentlich egal, auf welche Waffenfertigkeit ihr anfangs eure Talentpunkte verteilt habt,
es gibt von jeder Sorte mehr als genug, alle mit verschiedenen Spezialfähigkeiten.
Einige eignen sich aber nur für böse Charaktere andere wiederum nur für gute.
Auch wenn mir
persönlich manch Waffen zu mächtig sind, ist die Zusammenstellung recht gut gelungen und
außerdem müsst ihr die mächtigen ja erst mal finden. Da diese entweder aus verschiedenen
Teilen zusammengesetzt werden müssen oder SEHR gut bewacht werden.

Wobei wir auch schon am nächsten Pluspunkt angekommen sind, den Gegnern. Mehr als 200
verschiedene Feinde machen euch das Leben schwer, vom einfachen Goblin bis
zum gigantischen Drachen ist alles dabei.
Das Besondere ist aber, dass ihr
nicht alle von ihnen bekämpfen müsst. Wer in Diablomanier durch die Gegend
zieht oder mitten in der Stadt einen Feuerball freisetzt wird auch die
Konsequenzen tragen müssen.
Auch wurde
das Gut - Böse System wie beim Vorgänger hervorragend umgesetzt.
Du entscheidest mit deiner Einstellung, ob du die Sklaven freilässt oder die Meuterei dem
Sklavenhalter meldest.

Schließlich sind die Zaubersprüche hervorragend umgesetzt. Weit
über 300 an der Zahl und verschieden in ihren Auswirkungen, wird jeder bald
seine persönlichen Lieblinge gefunden haben.
Hier sollte man sich auch ruhig
vorher etwas Zeit nehmen um sich im Spiel dann besser zurechtzufinden, da BG2
ohne Zauberei fast unlösbar wird. Für Anfänger ist das schon etwas verwirrend,
aber nach und nach gewöhnt man sich daran und nutzt sie gerne.
Nicht zuletzt Dank der verschiedenen
Spezialeffekte, welche aber erst mit einer 3D-Karte richtig zur Geltung kommen.

An der älteren Infinity Engine von BG1
wurde kräftig geschraubt, nicht nur das nun Auflösungen bis zu 2048 - 1536 theoretisch
möglich sind, auch wurde mehr Bewegung in die wunderschönen Renderhintergründe gebracht.
Selten habe ich so schöne Brunnen und Wasserfälle gesehen.
Allerdings wird bei höherer
Auflösung nur der Bildausschnitt größer was mich persönlich an max. 800x600 Bildpunkten
festhalten lässt, da ich meine Helden gerne deutlich sehen möchte.
Soundmäßig ist alles
vorhanden, von stimmungsvoller Musik welche je nach Situation wechselt über Raumklang
bis hin zu hervorragender deutscher Sprachausgabe.
Eine weitere Besonderheit welche
unbedingt Schule machen sollte, ist das einbringen eigener Charaktersounds und Portraits.

Bei all den tollen Features gibt es aber auch weniger erfreuliche Dinge: Obwohl
für ein so großes Programm erstaunlich wenige Bugs vorhanden,
gibt es doch immer wieder Stellen wo diese Biester extrem lästig sind.
Oftmals sind es
aber Bugs welche aus der Situation heraus entstehen und eher auf Konflikte der Skripte
zurückzuführen sind. Daher ist die beste Empfehlung, häufiges Speichern immer im Wechsel
mit Schnellspeichern. Man sollte sich ruhig drei bis vier Savestände anlegen auch im
Bezug auf vielleicht falsch getroffene Entscheidungen ist das sehr vorteilhaft.
Etwas
happig sind auch Kämpfe gegen hohe Zauberer und Leichname, da diese sehr gute
Abwehrzauber blitzschnell aktivieren können, deshalb ist darauf zu achten das immer
genügend Bannzauber vorrätig sind. Außerdem hat sich eine Vollinstallation als extrem
sinnvoll erwiesen.
| Autor: | Mit freundlichem Horrido: Curom |
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